Die ideale Krankheit für den bekennenden Hypochonder – Parästhesie und Allodynie

Kennt das jemand? Kribbeln, Stechen, Zwicken, Pieken, Brennen, Ameisenlaufen, Pelzigkeit, Prickeln, Jucken, Schwellungsgefühl und Kälte- oder Wärmempfindung.

Ich als ambitionierter Hypochonder habe all das und werde wahrscheinlich bald sterben. Bei meiner Recherche im Internet bin ich auf diesen Beitrag zum Thema Sensibilitätsstörungen gestoßen und habe mich sofort wiedergefunden. Mir schläft zum Beispiel nachts oft der Ringfinger der linken Hand ein – ja, echt, ist so! Auch passiert es mir, dass mir, wenn ich mich in Sarghaltung – also auf dem Rücken und Hände auf Brust überkreuzt (ich schlaf ab und zu mal ganz gerne so ein, wenn’s mir apokalyptisch zumute ist) – hinlege, die Arme nach einer Weile zu kribbeln beginnen. Und nicht selten habe ich das Gefühl, mir würden die Haare zu Berge stehen und dabei gleichzeitig von einem sanften Wind umspielt. Das macht mir insofern Sorgen, als ich so gut wie kein Haupthaar mehr besitze – jedenfalls nicht an den Stellen, wo es sich nach Windhauch und Stachelfrisur anfühlt.

Der Artikel sagt “wahrscheinlich beruhen Parästhesien auf Schädigungen der nicht myelinisierten Endaufzweigungen sensibler Nervenfasern und dadurch bedingten spontanen Entladungen, sie können jedoch auch durch die Schädigung sensibler Bahnen des Zentralnervensystems verursacht werden.” DSCHIESES! Mit Nervenerkrankungen ist nicht zu spaßen, denn „Erkrankungen des Nervensystems können daher die verschiedensten Bereiche des menschlichen Körpers betreffen und im Prinzip zu Fehlfunktionen fast aller Organe führen“. Ja genau und jetzt ratet mal, was mir neulich aufgefallen ist: ich habe die Neigung zu Tränensäcken und muss nachts neuerdings öfters aufs Klo. Wahrscheinlich ist also meine Leber und meine Niere kurz vorm Zusammenbruch, weil die nicht myelinisierten Endaufzweigungen meiner EXTREM sensiblen Nervenfasern selbst am Limit sind (genauso fühlt es sich auch die ganze Zeit an: Alles ist laut irgendwie, die Leute treten einem immer viel zu nahe ans Gesicht, überall riecht’s latent unangenehm und so weiter und so fort). Alles hängt zusammen, alles ist ein Kreislauf, alles miteinander verkettet. Das hab ich immer gewusst.

Es kommt noch schlimmer – die Parästhesie hat weitere Ursachen: Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (hab ich vielleicht), Diabetische Neuropathie (hab ich auf jeden Fall), Hypothyreose (könnte mir gut vortsellen, dass ich das habe) sowie Neurologische Systemerkrankungen wie Multiple Sklerose (krieg ich bald) und – HA! – Burn Out (den hatte ich schon 10 Minuten nach meiner Geburt) und Orthopädische Erkrankungen wie Engpasssyndrome (bei mir im Hypothalamus) und Wurzelkompressionssyndrome (ab und zu im linken Unterkiefer)

Patienten mit Parästhetischen Syndromen sagen oft: “Der einzige Ort, an dem ich mich wohl fühle ist in warmem Wasser, sprich Badewanne” – dito. Aber nur mit Kopf komplett unter Wasser und Strohhalm zum Atmen.

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Neues Album von Annemarie Eilfeld im Juni

Wer erinnert sich noch an Annemarie Eilfeld? Das blonde Mädchen hatte die Rolle der Zicke und Verruchten in der DSDS-Staffel vor zwei Jahren inne und schaffte es bis auf Platz 3 der Show. Nun vermelden die Newsticker ein neues Album mit dem Titel “Seele unter Eis” – Höchstwahrscheinlich ein sehr persönliches Album mit sehr persönlichen Texten, in der sie ihre Erfahrungen mit dem Medienwahnsinn und die ihre dadurch entstandenen seelischen Verwundungen tiefenpsychologisch abarbeitet. Musikalisch soll sich das Album am Schlager orientieren, eine Musikrichtung, die sich ohnehin durch hohe Emotionalität und lyrische Tiefsinnigkeit auszeichnet (“Komm in meinen Wigwam, ruh dich bei mir aus, komm in meinen Wigwam, hier bist du zuhaus”) . In diesem Genre fühlt sich Anmie, wie sich jetzt nennt, laut eigenen Angaben zuhause. Am 10. Juni soll der Song offiziell erscheinen und Anmie endlich auf die Erfolgsspur bringen. Der neue Name ist gut durchdacht und spiegelt das neue Selbstverständnis der Sängerin wider, ist es doch lautmalerisch fast identisch mit dem medizinischen Begriff Anämie, welcher einen Mangel darstellt und betroffene Menschen oft müde, lasch und blutleer daherkommen lässt. Ein schönes Symbol dafür (TAFKAP lässt grüßen), dass die Sängerin mit ihrem feurigen Luder-Image gebrochen hat und nun mit vornehmer lyrischer Blässe neuen, schwindligen Schlagerhöhen entgegenschwebt.

Derweil vermeldet die Gala, dass die Internetseite Promiflash vermeldet, dass sich Annemarie vor wenigen Wochen einen gutartigen Tumor entfernen lassen musste, es ihr aber wohl wieder besser ginge und sie die Tumor-OP gut überstanden habe. Auf der offiziellen Homepage von Annemarie Eilfeld ist darüber allerdings nichts zu lesen. Ein Besuch der Seite lohnt sich trotzdem, denn sie ist aufwändig im Web1.0-Retro-Style gemacht und imitiert auf künstlerische Weise die Anfänge des Internets im letzten Jahrtausend. Zudem kann man bereits einen Blick auf das gelungene Albumcover werfen, das eine Referenz an Depeche-Modes in Zellophan eingewickelten Schwan ihres legendären “Speak & Spell”-Albums sein könnte.

Ich freu mich schon auf das neue Album “Seele unter Eis” von Annemarie Eilfeld.

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BILD: “Kartoffelbauer holt bei Jauch 500.000 Euro”

Die Bildzeitung posaunt mal wieder bahnbrechende Erkenntnisse in die Bundesrepublik hinaus: “Kartoffelbauer holt bei Jauch 500.000 Euro” heißt die heutige Schlagzeile, und ein kleiner Zusatz tönt: “gar nicht dumm”. Der Kartoffelbauer scheint – das war mir neu – eine intellektuelle Unterkategorie des gemeinen Bauern darzustellen, ganz nach dem Motto: Du bist nicht nur blöd wie ein Bauer, nein du bist sogar blöd wie ein Kartoffelbauer. Dass so jemand bei einen hochanspruchsvollen Multiple-Choice-Rätselspiel unter der Leitung von Deutschlands oberintellektuellsten Moderator nach Michel Friedman bestehen kann, ist also eine Titelstory in Deutschlands auflagestärkster Tageszeitung wert, Schluck. Ich hab mir gleich gedacht, dass das bestimmt der Bauer sein muss, von dem im Supermarkt immer die ganz kleinen Kartoffeln zu kaufen sind, denn es heißt ja, das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität seines Erzeugers bzw. je dümmer der Bauer, desto größer die Kartoffeln. Demnach: Je schlauer der Bauer …

Ich frag mich, was die Macher der Bild so umtreibt, wenn sie sich ihre Schlagzeilen ausdenken.

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FCA-Aufstieg: Kommt jetzt Lothar Matthäus?

Mit dem kurz bevorstehenden Aufstieg des 1. FCA in die 1. Bundesliga stellt sich auch die Frage nach einem geeigneten Trainer. Ist Jos Luhukay- zweifelsohne ein Glücksgriff des Vereins – auch in Zukunft in der Lage, den FCA weiterhin auf seinen Erfolgskurs Richtung Deutscher Meister zu führen?

Sensationsmeldung elektrisiert Augsburg
Eine Sensationsmeldung ist in der Fränkischen Tageszeitung “Sonndagswäggla” unter der Überschrift “Lothar Matthäus: Der FCA is a Verrein, der wo gud zu einem Loddar Maddhäus bassn dud” zu finden. Im dortigen Interview mit Superstar Lothar Matthäus lässt der beste Spieler aller Zeiten verlauten: “I bin alsn Dräner noch ned Doidscher Meisda gwesn, insofern is des eine Aufgabe, die füran Loddar Maddhäus addragdiv sein gann” und führt weiter an “ich bin grundsädslich anschbrechbar und wadde, bis endlich amal des scheiß Delefon glingeld.” Augsburg selbst ist wie elektrisiert von der Meldung.

Gribl gibt grünes Licht für Finanzierung
Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl gab in einer sofort einberaumten Pressekonferenz bekannt, dass bei einer positiven Entscheidung Matthäus’ unverzüglich Gelder zur Verpflichtung des Jahrhundertfußballers bereitstünden: “Wenn dr Matthäus nach Augschburg komma mag, dann bin i dr letschte, der si ihm in Weg neistellt. Für’d Stadt isch des a einmalige Gelegenheit und was moint’ser wie i mi selber profiliera kann, wenn mir nägschds Jahr Meischder wern!”

Positive Resonanz bei der Stadtbevölkerung
Fragt man den einfachen Mann auf der Straße, stößt man auf extrem positive Rückmeldungen gepaart mit einer gehörigen Portion Unfassbarkeit: “Dr Lothar? I bin faschd an meiner Brezg verschdickd als i’s ghert hab. I geh jetz erschdamal aufn Plärrer und sauf a Maß”, sagt Kalle Loibl, Baggerfahrer. Auch die intellektuelle Elite der Stadt zeigt sich begeistert: “Dümmlich, latent peinlich und schwer verstehbar – der Mann passt doch hervorragend zur Fuggerstadt” lässt sich Tommaso di Valieri, Konzertmeister am Stadttheater zitieren.

Noch steht eine endgültige Entscheidung der Überfigur des Weltfußballs aus. Wir bleiben dran.

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Scheiß Sommerzeit – Ansichten eines Morgenmuffels

Sorry, ich bin ein Morgenmuffel und einer, den man auf keinen Fall ansprechen sollte, bevor er nicht seinen 0,5-Liter-Bottich Milchkaffee in sich hineingeschüttet hat. Ein Zombie im Koma. Und weil ich meinem gestresst-gereizten Körper das Piepsen eines Weckers nicht zumuten kann, habe ich mir in meiner unendlichen Not mühselig antrainiert, spätestens um Sieben von selbst aufzuwachen. Meine Traumwelt (wieso träumt man ausgerechnet m.o.r.ge.n.s. am schönsten?) hat dazu bizarre Erlebnislandschaften entwickelt, die sich zeigen, wenn mein Bewusstsein zu mir selbst hinunterfunkt, dass es jetzt Zeit zum Aufstehen sei. Da bin ich dann gerne mal ein Taucher, der plötzlich keine Luft mehr bekommt oder falle nach oben Richtung Wolken. Oder – das ist kein Witz – es klopft jemand an die Tür oder rüttelt an meiner Schulter. Und während ich noch schlafe, weiß ich schon: ach ja, es ist Sieben, es ist der Planet Erde und es ist GLÜCKLICHERWEISE auch noch ein Wochentag! Die Sommerzeit macht mir dieses weckerfreie Aufwachen zunichte und dafür hasse ich sie! Sein Unterbewusstsein konditioniert man halt nicht so einfach von Samstag auf Sonntag, muss man euch Wissenschaftlern eigentlich alles erklären?! Um den Wecker so schnell wie möglich wieder loszuhaben, muss ich zu rabiaten Prägungsmechanismen greifen und mein empfindliches Selbst wieder mal unnötig schinden. Ich muss mir zum Beispiel beim Einschlafen einreden, dass ich etwas ganz wichtiges vergessen habe bzw. vergessen HABEN WERDE, sobald ich eingeschlafen bin. Mit Glück pflanzt sich der Gedanke in Form von Träumen fort, die im weitesten Sinne etwas mit gehetzt sein zu tun haben, und lassen mich dann rechtzeitig zur sechsten Stunde aufschrecken. Aber das dauert. Nach ein paar Tagen bin ich erst einmal soweit, den Wecker in der Zehntelsekunde, bevor er lospiept, mit einer präzisen Arm-Hand-Fingerbewegung auszuschalten. Ich weiß nicht, wie ich das mache und im Wilden Westen wäre ich dafür gefürchtet gewesen. Die schnellste Hand westlich vom Old Man River Lech! Naja, und irgenwann habe ich mich dann doch angepasst und den Wecker wieder besiegt. Ich frage nun und prangere an: Muss das denn sein? Müsst ihr mir das Leben unnötig schwer machen? Das ist doch unnötig! Ich sage: “Mrs. Merkel, tear these clocks down! Make Zeitumstellung History! Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie mich gerne an, ich erklär’s Ihnen. Aber bitte nicht vor Sieben.”

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Theorie des Tages

Der Mensch lebt bekanntlich in der Dualität: Mann/Frau, gut/böse etc… Da es mir seit längerem immer öfter richtig gut und richtig beschissen gleichzeitig geht, habe ich mich in den Gedanken verstiegen, dass es vielleicht so eine globale Wahrnehmungsfrequenz gibt, die immer stärker oszilliert (wegen “der Sonne” oder weil irgendwelche Pandimensionalen aus Spaß den Saft im System hochdrehen). Und deshalb erlebe ich das ständige duale Auf und AB immer mehr als etwas, was sich fast schon als Gleichzeitigkeit und als eigenes, neues Wahrnehmen anfühlt. Könnte der Beginn von Bewusstseins-3-D-Fernsehen sein, 3-D-Brillen funktionieren doch auch so. Das Entweder-Oder wären als zwei Einzelbilder, die sich zu einem Sowohl-Als-Auch zusammenschieben und eine neue Dimension des Erlebens aufspannen.

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“Die Welt ist schlecht” des Tages

Heute hat einer seine Mail an mich mit “finanzstarke Grüße” unterzeichnet. Pumpgun!

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Frühlingsgebet

Inn’rer Frühling, eil’ herbei!
Schmilz jetzt weg den ganzen Firn
Mach die Wege wieder frei
Zwischen Hoden, Herz und Hirn

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Bild des Tages

Aufnahme aus dem Stadtviertel El Zabaleen in Kairo, Ägypten

Aufnahme aus dem Stadtviertel El Zabaleen in Kairo, Ägypten

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Erkenntnis des Tages

Glücksgefühle lassen sich nicht linear steigern. Man braucht immer wieder mal einen richtig beschissenen Tag, damit man einen normalen Tag in vollen Zügen genießen kann. Was heißt das in der Konsequenz? Ich weiß es nicht.

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